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Verlernen als Schlüssel zur Innovation in der Schule

Vom Wert des Verlernens: Platz für Innovation in der Schule schaffen

In der aktuellen Bildungslandschaft, die von stetigem Wandel und neuen Herausforderungen geprägt ist, wird viel über die notwendigen Veränderungen in Schule und Unterricht diskutiert. Neue Erwartungen und Wünsche an die Bildung steigen, während gleichzeitig Ressourcen und Personal knapp sind. Dieser Druck kann dazu führen, dass wir uns auf das „Immer mehr“ fokussieren und vergessen, was wir eigentlich loslassen und verlernen dürfen.

Was war Schule in der Vergangenheit für uns, und was davon brauchen wir auf dem Weg zum Lernen der Zukunft nicht mehr? Manchmal hindern uns unsere eigenen Schulerfahrungen und die damit verbundenen Bilder daran, neue Wege zu denken. Um Platz für Innovation in der Schule zu schaffen, ist es daher wichtig, bewusst zu verlernen.

Die Kraft der Neugierde und die Grenzen des Gewohnten

Die innere Neugierde und der Drang zu lernen sind tief in uns verankert. Schon früh erkunden wir die Welt und versuchen, sie zu verstehen. Dieses natürliche Streben nach Wissen und Sicherheit treibt unser Lernen an. Doch mit zunehmendem Alter werden unsere gelernten Muster und neuronalen Strukturen stabiler und weniger veränderungsfähig.

Aus Gründen der Energieeffizienz versuchen wir, neue Herausforderungen mit bereits gelerntem Wissen und bekannten Ansätzen zu lösen. Diese Gewohnheit kann uns jedoch blind machen für innovative Lösungen.

Wenn wir uns bewusst machen, dass unser Wissen immer subjektiv ist und ein Ergebnis unserer persönlichen Erfahrungen, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Durch aktives Verlernen können wir Offenheit für neue Perspektiven und Lösungen entwickeln.

Du gestaltest Wandel - Schritte zum bewussten Verlernen

In unserer dynamischen Zeit ist deine Fähigkeit zum Verlernen der Schlüssel für Innovation. Besonders im Bildungskontext zeigt sich: Viele von uns tragen Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit mit sich und manche Lehrende kehren nach dem Studium direkt in den bekannten Schulkontext zurück. So entsteht ein sich selbst verstärkendes System. Wie Albert Einstein erkannte: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Du kannst durch bewusstes Verlernen diesen Kreislauf durchbrechen und Raum für zukunftsweisendes Denken schaffen.

Deine 3 Schritte zum aktiven Verlernen in der Schulentwicklung

1. Entdecke bewusst deine pädagogischen Denkmuster:
Du nimmst dir Zeit für echte Selbstreflexion im Schulalltag. In diesem ersten Schritt der Bildungstransformation machst du dir deine eigenen blinden Flecken bewusst und blickst offen auf deine pädagogischen Überzeugungen und Lehrgewohnheiten. Du verstehst, woher sie kommen und warum sie in der Vergangenheit wichtig waren.

Statt aus Routine zu handeln, hältst du bewusst inne. Dieser Schritt erfordert deine bewusste Entscheidung und kostet in jeder Situation extra Zeit und Energie – Zeit, die du dir nehmen darfst und die auch andere dir zugestehen müssen. Verlernen braucht einen geschützten Lernraum und Geduld. Du erkennst: Eine angstfreie sichere Schulumgebung ist die Basis, in der du Altes loslassen und Neues entwickeln kannst. Hier wird das Überdenken von Lehrmethoden nicht als Scheitern ausgelegt, sondern als mutiger Schritt zur gemeinsamen Gestaltung innovativer Bildung.

2. Erlebe vielfältige Bildungsperspektiven:
Im zweiten Schritt deiner pädagogischen Transformation öffnest du dich für die Vielfalt unterschiedlicher Lernansätze und Unterrichtserfahrungen. Empathisches Zuhören wird zu deinem Schlüssel, um Schule und Lernen aus neuen Blickwinkeln zu erleben.

Die Praxis zeigt: Sich in neue Bildungsperspektiven zu versetzen, ist herausfordernd – schon die eigene pädagogische Sichtweise vollständig zu ergründen, fordert dich. Innovative Schulexperimente unterstützen dich dabei:

Der wertschätzende und kritische Blick von außen auf das System Schule hilft dir, etablierte Unterrichtsmethoden neu zu hinterfragen. Eine professionelle Prozessbegleitung und der kollegiale Austausch über moderne Lernkonzepte bereichern deinen Entwicklungsweg.

3. Gestalte innovative Lernräume:
Im dritten Schritt deiner Bildungstransformation tastest du dich durch aktives Experimentieren an neue Unterrichtslösungen heran. Du ergänzt bewährte Lehrmethoden durch innovative Ansätze und interpretierst deine pädagogischen Überzeugungen neu.

Dieser Prozess der Bewusstmachung, des Loslassens und des erneuten Lernens entwickelt sich durch regelmäßige Wiederholung zu einer natürlichen Offenheit für Veränderung im Schulkontext. Du wirst geübt im Prozess des Verlernens und schaffst dir selbstverständlich Zeit und Raum dafür im Schulalltag. Eine positive Fehlerkultur in deiner Bildungseinrichtung ermöglicht es allen Beteiligten, aus Erfahrungen zu lernen und Unterricht neu zu denken.

Deine bisherigen Schulerfahrungen gehen dabei nicht verloren – sie werden zur wertvollen Quelle für zukunftsweisende Bildungsideen, wenn du sie aus neuen Perspektiven betrachtest. Durch diesen kontinuierlichen Transformationsprozess entwickelst du nachhaltige Innovationen für die Herausforderungen moderner Bildung.

Die Theorie U von Otto Scharmer bietet einen wertvollen Rahmen für diesen Transformationsprozess. Sie beschreibt die Phasen des Perspektivwechsels, des Loslassens und des Neuentstehens, die zu neuen Erkenntnissen und Lösungen führen. Indem du diese drei Schritte des aktiven Verlernens in deinen Alltag integrierst, schaffst du Raum für Innovation und steigerst deine Zukunftsfähigkeit.

25 Dinge, die wir in der Bildung verlernen dürfen

Gewohnheiten aufbrechen, Denkmuster hinterfragen, Neues wagen: Diese 25 Beispiele laden zum bewussten Verlernen ein:

  • Lernen passiert nur im Klassenzimmer.
  • Fehler sind schlecht.
  • Lernen endet nach der Schule.
  • Nur Fachwissen zählt.
  • Lehrende müssen alle Antworten haben.
  • Lehren heißt Wissen vermitteln.
  • Noten zeigen Leistung.
  • Prüfungen sind das Ziel von Lernen.
  • Das Curriculum ist unantastbar.
  • Wissen ist wichtiger als Verstehen.
  • Vermitteln & Belehren sind die einzigen Aufgaben.
  • Never change a running system!
  • Veränderung ist ein Risiko.
  • Kinder wissen nicht, was sie lernen wollen.
  • Lernen geht im Gleichtakt.
  • Ich mach mein Ding! Einzelkämpfertum.
  • Fremdgesteuertes Lernen und Lehren.
  • Eindimensionalität
  • Lehrer*innenzentrierung
  • Feststehende Ergebnisse
  • Vorgegebene Deutungen
  • Neue Probleme mit alten Denkweisen angehen.
  • Kreative Lösungsansätze unterdrücken.
  • Technologie im Unterricht lenkt ab.
  • Individualisiertes Lernen ist zu aufwändig.

UnLearn School – Auf dem Weg zum Lernen der Zukunft

Das Projekt „UnLearn School“ von beWirken unterstützt Schulen dabei, sich von alten Mustern zu lösen und neue Wege im Bildungsbereich zu gestalten. Gemeinsam hinterfragen wir historisch gewachsene Strukturen und  entwickeln innovative Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft.

Im Fokus stehen dabei unter anderem:

Die Transformation von Schule ist ein fortlaufender Prozess des Verlernens und NeulernensbeWirken begleitet Schulen auf diesem Weg mit verschiedenen Angeboten, die auf den vier Handlungsebenen erfolgreicher Schulentwicklung basieren:

  1. Governance: Die strategische Steuerung und Koordinierung des Veränderungsprozesses.
  2. Strategie: Klärung der Ziele und Entwicklung einer gemeinsamen Vision.
  3. Struktur: Anpassung der Aufbau- und Ablauforganisation.
  4. Kultur: Veränderung der sichtbaren und unsichtbaren Verhaltensweisen in der Zusammenarbeit.

Unser Ziel ist es, gemeinsam eine Bildung zu gestalten, die Menschen den Raum gibt, ihr Potenzial zu entfaltenLasst uns mutig sein, alte Denkmuster loslassen und mit Freude neue Wege im Bildungsbereich beschreiten!

Dein eBook (pdf) 35,00€

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